
Der Solheim Cup 2026 geht völlig offen in den entscheidenden Sonntag. Nachdem Europa am Samstagvormittag drei der vier Foursomes gewonnen und sich eine 7:5-Führung erspielt hatte, schlugen die Amerikanerinnen am Nachmittag zurück. Die USA entschieden die Fourballs mit 3:1 für sich und stellten damit den Gesamstand auf 8:8.
Damit ist der Vorsprung, den sich das europäische Team von Kapitänin Anna Nordqvist am Vormittag erarbeitet hatte, wieder dahin. Nach 16 von insgesamt 28 Matches stehen beide Teams genau dort, wo sie bereits nach dem Freitag gestanden hatten: gleichauf.
USA drehen den Nachmittag
Für Europa war die Ausgangslage nach den Foursomes eigentlich hervorragend. Maja Stark und Linn Grant, die Rookies Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud sowie Leona Maguire und Esther Henseleit hatten ihre Matches gewonnen. Lediglich Charley Hull und Lottie Woad mussten sich Alison Lee und Lauren Coughlin geschlagen geben.
Besonders Henseleit und Maguire hatten für einen emotionalen Abschluss der Vormittagssession gesorgt. Ihr Match gegen Jennifer Kupcho und Rose Zhang ging bis auf die 18. Dort sicherte Henseleit mit ihrem Par den 1-up-Erfolg. Für die Deutsche war es im zweiten Einsatz bereits der zweite Sieg bei diesem Solheim Cup.
Am Nachmittag änderte sich das Bild. Die Amerikanerinnen, die mit zwei Punkten Rückstand in die Fourballs gegangen waren, holten drei der vier möglichen Punkte. Aus der europäischen 7:5-Führung wurde damit ein 8:8.
Das verändert auch die Ausgangslage für den Sonntag erheblich. Europa kann nicht mehr mit einem Vorsprung in die zwölf Einzel gehen, sondern muss den Solheim Cup dort praktisch neu beginnen.
Bernardus wird zur Solheim-Cup-Party
Was sich im Ergebnis kaum abbilden lässt, war die außergewöhnliche Stimmung auf der Anlage. Von den ersten Abschlägen am Morgen bis zu den letzten Entscheidungen am Nachmittag war bei Bernardus Golf eine Energie zu spüren, die weit über die übliche Atmosphäre eines Golfturniers hinausging
.
Die Fans begleiteten die Matches lautstark über den gesamten Platz, feierten Birdies und gewonnene Löcher – und die Spielerinnen nahmen diese Stimmung sichtbar auf. Fist Pumps, Jubel und der direkte Kontakt mit den Zuschauern gehörten den ganzen Tag dazu. Europa hatte dabei naturgemäß den Heimvorteil auf seiner Seite, doch auch starke Aktionen der Amerikanerinnen wurden honoriert.
Schon die Anreise vieler Zuschauer passte zum besonderen Charakter dieses Solheim Cups. Tausende Fans kamen mit dem Fahrrad zu Bernardus Golf. Dafür waren unter anderem eigene Routen und große Fahrradparkplätze eingerichtet worden.
Vor allem aber zeigte der Samstag, welche Dynamik ein Solheim Cup entwickeln kann, wenn enge Matches, Mannschaftsgefühl und ein begeistertes Publikum zusammenkommen. Selbst nach vielen Stunden auf der Anlage war davon am späten Nachmittag nichts verloren.
Am Sonntag beginnt alles wieder bei null
Nach zwei Tagen und 16 Matches steht es 8:8. Am Sonntag werden in den zwölf Einzeln die verbleibenden zwölf Punkte vergeben.
Und trotz des Gleichstands gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen beiden Teams: Europa muss 14,5 Punkte erreichen, um den Solheim Cup zurückzugewinnen. Den USA reichen als Titelverteidigerinnen 14 Punkte, um den Cup zu behalten.
Für Europa bedeutet das: Mindestens 6,5 Punkte aus den zwölf Einzeln müssen her. Den Amerikanerinnen reichen sechs.
Esther Henseleit geht dabei mit einer perfekten persönlichen Bilanz in den entscheidenden Tag. Die Deutsche wurde bislang zweimal eingesetzt und gewann beide Foursomes gemeinsam mit Leona Maguire.
Am Sonntag ist die Rechnung jedoch für alle gleich: zwölf Spielerinnen, zwölf Einzel – und ein Solheim Cup, der nach zwei Tagen wieder völlig offen ist.
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