
Nach 29 Turnieren auf drei Kontinenten endet die PIF Global Series mit der Saison 2026. Golf Saudi zieht sich damit jedoch nicht aus dem internationalen Frauengolf zurück. Ab 2027 konzentriert sich das Engagement auf ein gemeinsames Millionen-Turnier von LPGA und Ladies European Tour sowie eine neue langfristige Partnerschaft mit der LET.
Golf Saudi ordnet sein Engagement im professionellen Frauengolf neu. Die PIF Global Series wird nach Abschluss der Saison 2026 eingestellt. Seit 2021 wurden unter wechselnden Bezeichnungen insgesamt 29 Turniere auf drei Kontinenten ausgetragen. Zwei Veranstaltungen in Korea und China stehen im Oktober und November noch auf dem Programm.
Ein Rückzug Saudi-Arabiens aus dem Frauengolf ist damit allerdings nicht verbunden. Statt einer internationalen Turnierserie soll das Investment künftig stärker gebündelt werden. Im Mittelpunkt stehen ab 2027 ein großes gemeinsames Turnier von LPGA Tour und Ladies European Tour sowie eine neue mehrjährige Partnerschaft mit der Order of Merit der LET.
Vier Millionen Dollar für „The Championship“
Das wichtigste einzelne Turnier wird künftig The Championship in Großbritannien. Das seit 2021 in London ausgetragene Event wird ab 2027 gemeinsam von der LPGA Tour und der Ladies European Tour sanktioniert.
Das Preisgeld steigt auf vier Millionen US-Dollar. Gespielt wird vom 19. bis 25. Juli 2027. Damit erhält das Turnier einen attraktiven Termin mitten in der europäischen Sommersaison und gehört gemessen am Preisgeld zu den größeren Veranstaltungen im professionellen Frauengolf.
Golf Saudi hat sich für mehrere Jahre als Partner verpflichtet. Spielerinnen von LPGA und LET sollen gemeinsam antreten.
Für die Ladies European Tour ist das sportlich und wirtschaftlich interessant. Die LET erhält ein hoch dotiertes gemeinsames Turnier mit der LPGA und damit zusätzliche internationale Aufmerksamkeit.
Neue Partnerschaft mit der gesamten LET-Saison
Gleichzeitig weitet Golf Saudi seine Zusammenarbeit mit der Ladies European Tour auf einen anderen Bereich aus. Ab 2027 wird das Unternehmen mehrjähriger Partner der LET Order of Merit, also der saisonübergreifenden Rangliste der Tour.
Damit verteilt sich das Engagement nicht mehr hauptsächlich auf einzelne von Golf Saudi beziehungsweise PIF unterstützte Turniere. Die neue Partnerschaft soll die gesamte Saison einbeziehen. Für die Siegerin der Order of Merit ist zudem ein Bonus vorgesehen. Dessen Höhe wurde bislang nicht bekanntgegeben.
LET-CEO Tom Phillips bezeichnete die weitere Zusammenarbeit als wichtigen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Tour. Golf Saudi sei seit 2020 Partner der LET und habe insbesondere zusätzliche Spielmöglichkeiten für die Spielerinnen geschaffen.
Erst vor wenigen Tagen hatte die LET zudem eine langfristige Zusammenarbeit mit der Sportmarketing-Agentur Two Circles bekanntgegeben. Dabei sollen TV-Produktion, Content, Marketing, Publikumsentwicklung und die kommerzielle Vermarktung der Tour stärker miteinander verzahnt werden. Zusammen mit der neuen Vereinbarung mit Golf Saudi deutet sich damit eine deutlich offensivere wirtschaftliche Entwicklung der LET an.
Weniger Turniere, stärker gebündeltes Investment
Gerade das Ende der PIF Global Series macht die neue Strategie interessant. Golf Saudi reduziert nicht grundsätzlich sein Engagement, sondern verändert dessen Struktur.
Statt eine Reihe eigener Turniere auf verschiedenen Kontinenten zu finanzieren, konzentriert sich das internationale Turnierinvestment künftig auf The Championship. Hinzu kommt die Unterstützung der gesamten LET-Saison über die Order of Merit.
Golf Saudi selbst spricht von einem wirtschaftlich nachhaltigen Modell. CEO Noah Alireza erklärte, man habe in den vergangenen Jahren Erfahrungen gesammelt und wolle künftig gezielter investieren.
Wie hoch das finanzielle Gesamtvolumen der neuen Vereinbarungen ist, wurde nicht veröffentlicht. Deshalb lässt sich derzeit auch nicht beurteilen, ob Golf Saudi sein finanzielles Engagement insgesamt reduziert, erhöht oder lediglich anders verteilt.
Fest steht nur: Die Zahl der direkt unterstützten internationalen Turniere sinkt deutlich.
Saudi-Arabien will 30.000 registrierte Golfer
Hinter dem internationalen Engagement steht weiterhin der Versuch, einen eigenen Golfmarkt in Saudi-Arabien aufzubauen.
Golf Saudi nennt derzeit rund 4.500 registrierte Golfer im Land. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll diese Zahl auf mehr als 30.000 steigen. Mehr als 15.000 Menschen hätten sich bereits für Golfunterricht angemeldet, weitere 4.000 stünden auf Wartelisten. Mehr als ein Drittel davon seien Frauen.
Internationale Profiturniere sollen dabei Aufmerksamkeit erzeugen, während Golfakademien und neue Ausbildungsprogramme den Einstieg in den Sport ermöglichen sollen.
Teil der neuen Strategie ist deshalb auch eine Zusammenarbeit mit den LPGA Professionals. Dabei geht es unter anderem um Ausbildung, Coaching und die Entwicklung entsprechender Strukturen innerhalb Saudi-Arabiens.
Golf Saudi verbindet damit internationales Sponsoring und Turnierinvestment ausdrücklich mit dem Aufbau eines heimischen Golfmarktes.
Für die LET bleibt Saudi-Arabien ein wichtiger Partner
Für die Ladies European Tour ist die Neuordnung von besonderer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit Golf Saudi hat seit 2020 zusätzliche Turniere und hohe Preisgelder in den Kalender gebracht.
Mit dem Ende der PIF Global Series verschwindet nun ein wesentlicher Bestandteil dieser Struktur. Gleichzeitig sichert sich die LET über die neue Order-of-Merit-Partnerschaft eine längerfristige Zusammenarbeit und erhält mit The Championship ein gemeinsam mit der LPGA ausgetragenes Vier-Millionen-Dollar-Turnier.
Damit verändert sich vor allem die Form des Investments.
Aus einer Reihe einzelner internationaler Veranstaltungen wird eine stärker konzentrierte Partnerschaft mit der Tour selbst.
Für die LET könnte das langfristig sogar wichtiger sein als zusätzliche Einzelturniere. Gemeinsam mit der neuen Vermarktungsstrategie durch Two Circles erhält die Tour Partner, die nicht nur einzelne Veranstaltungen finanzieren, sondern an der kommerziellen Entwicklung der gesamten Organisation beteiligt sind.
Wie sich das finanziell auf die Tour und ihre Spielerinnen auswirkt, wird sich allerdings erst beurteilen lassen, wenn weitere Details zur neuen Partnerschaft und der LET-Saison 2027 bekannt sind.
Eines steht bereits fest: Saudi-Arabien beendet sein Engagement in der PIF Global Series – aber nicht sein Investment in den internationalen Frauengolf.
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