
Halbzeit bei der PGA Championship in Aronimink: Maverick McNealy und Alex Smalley führen bei vier unter Par. Stephan Jäger liegt nur einen Schlag zurück und geht mit besten Chancen ins Wochenende. Martin Kaymer erlebt nach starkem Auftakt einen schwierigen Freitag, Rory McIlroy schafft den Cut.
Aronimink macht keine Geschenke
Nach dem ersten Tag hatten noch sieben Spieler gemeinsam geführt. Am Freitag wurde das Bild etwas klarer, aber nur ein wenig, denn kein Spieler konnte sich absetzen. Kühle Luft, Wind und schwer zugängliche Fahnen sorgten dafür, dass die PGA Championship zur Halbzeit eher von Kontrolle als von vielen Birdies geprägt war.
Maverick McNealy und Alex Smalley führen nach 36 Löchern mit -4. Dahinter ist das Feld eng: 28 Spieler liegen innerhalb von fünf Schlägen zur Spitze.
McNealy vorn – trotz spätem Dämpfer
Maverick McNealy sah am Freitag für einige Zeit so aus, als könne er dem Turnier einen ersten kleinen Vorsprung abringen. Der Amerikaner spielte sich bis auf -6 und lag zwei Schläge vor dem Feld. Doch zwei späte Bogeys machten aus einer alleinigen Führung eine geteilte.
Trotzdem war seine 67 eine der stärksten Runden des Tages. McNealy spielte nicht fehlerfrei, aber er hielt seine Runde zusammen. Genau das zählt auf diesem Kurs. Wer in Aronimink aus der Position gerät, muss verhindern, dass aus einem schlechten Schlag gleich zwei schlechte Löcher werden.
Stephan Jäger bleibt in perfekter Lauerstellung
Für Stephan Jäger bleibt diese PGA Championship nach zwei Tagen hochinteressant. Nach seiner 67 zum Auftakt hielt er sich am Freitag bei drei unter Par und liegt nur einen Schlag hinter McNealy und Smalley. Neben ihm stehen Spieler wie Hideki Matsuyama, Chris Gotterup, Aldrich Potgieter, Min Woo Lee und Max Greyserman in der Verfolgergruppe.
Jägers Ausgangslage ist stark, weil sie ihm für den Samstag alle Möglichkeiten lässt. Er muss nicht hinterherlaufen. Er muss aber auch nicht mit der Führung schlafen gehen. Auf einem Platz wie Aronimink kann das durchaus angenehm sein.
Kaymer verliert früh den Anschluss
Martin Kaymer hatte am Donnerstag noch für einen der auffälligsten deutschen Momente gesorgt. Die 67 zum Auftakt brachte den PGA-Champion von 2010 in die geteilte Führung und weckte Erinnerungen an seine besten Major-Tage.
Am Freitag war davon früh wenig übrig. Fünf Bogeys auf den ersten sieben Löchern warfen Kaymer aus der Spitze. Am Ende stand eine 75, mit der er auf zwei über Par zurückfiel. Das Turnier ist für ihn damit nicht vorbei, aber der komfortable Startvorteil ist weg.
Scheffler hat keinen guten Tag – und ist trotzdem da
Scottie Scheffler spielte am Freitag nicht so, wie man es von ihm in Major-Wochen gewohnt ist. Der Weltranglistenerste begann auf den Back Nine und kassierte auf drei seiner ersten vier Löcher Bogeys. Das passiert ihm selten in dieser Dichte. Wind, ungünstige Lagen und verpasste Fairways nahmen ihm zunächst die Kontrolle über die Runde.
Und doch liegt Scheffler nach 36 Löchern bei zwei unter Par, nur zwei Schläge hinter der Führung. Das ist fast das Beunruhigende für seine Konkurrenz. Selbst an einem Tag, der nicht sauber läuft, bleibt er in Reichweite.
McIlroy schafft den Cut, mehr noch nicht
Rory McIlroy hatte sich am Donnerstag mit einer 74 in eine unangenehme Lage gebracht. Vier Bogeys zum Abschluss der ersten Runde hatten ihn weit zurückgeworfen. Am Freitag ging es deshalb zunächst nicht um einen Angriff auf die Spitze, sondern um einen geordneten Weg ins Wochenende.
Das gelang. Birdies auf der 2 und 4 brachten ihn früh wieder in ruhigere Bereiche, auf der 12 kam ein weiteres Birdie dazu. Am Ende stand McIlroy bei eins über Par und schaffte den Cut sicher. Mehr war dieser Freitag nicht, aber weniger durfte es auch nicht sein.
DeChambeau scheitert am Cut
Bryson DeChambeau ist dagegen raus. Nach seiner 76 zum Auftakt stand er bereits früh unter Druck. Am Freitag kamen zwar noch drei Birdies zum Schluss, doch sie änderten nichts mehr. Bei sieben über Par verpasste DeChambeau den Cut.
Für einen Spieler, der bei der PGA Championship in den vergangenen Jahren mehrfach nah dran war, ist das ein deutlicher Rückschlag. Aronimink passte ihm an diesen beiden Tagen nicht. Länge allein bringt auf diesem Platz wenig, wenn die Bälle aus den falschen Winkeln kommen oder die Annäherungen nicht nah genug an die Fahnen gelangen.
Gotterup spielt sich nach vorn
Die Runde des Tages kam von Chris Gotterup. Mit einer 65 arbeitete er sich bis auf drei unter Par und damit direkt in die Verfolgergruppe. In einem Turnier, in dem niemand wegläuft, wiegt eine solche Runde besonders schwer.
Gotterup ist kein Name, der vor der Woche ganz oben auf jeder Favoritenliste stand. Aber genau solche Spieler können sich an einem engen Major-Wochenende in gute Positionen spielen. Eine weitere starke Runde am Samstag, und aus der Verfolgerposition wird schnell ein Platz im letzten Teil des Leaderboards.
Ein Wochenende mit vielen offenen Türen
Nach zwei Runden hat diese PGA Championship noch keinen klaren Favoriten. McNealy und Smalley führen, aber ihr Vorsprung ist klein. Stephan Jäger liegt nur einen Schlag zurück. Scheffler ist trotz eines schwachen Freitags nah genug dran. McIlroy hat sich ins Wochenende gerettet, braucht aber nun mehr als solide Schadensbegrenzung.
Aronimink hat das Feld nicht gesprengt, aber sortiert. Der Platz verlangt keine Heldentaten, eher sauberes Arbeiten. Abschläge auf die richtigen Seiten, Annäherungen mit Verstand, Putts mit Geduld. Wer das am Wochenende am längsten durchhält, wird vorne bleiben.
Für Stephan Jäger ist das eine selten gute Ausgangslage. Er muss am Samstag nichts beweisen, was er an den ersten beiden Tagen nicht schon gezeigt hätte. Er ist nah dran, spielt kontrolliert und geht ohne die große Last der Führung in den Moving Day. Bei einem Major ist das mehr als eine ordentliche Zwischenbilanz. Das ist eine echte Chance.
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