
PGA Championship 2026: Nach Runde eins teilen sich sieben Spieler die Führung, darunter Martin Kaymer und Stephan Jäger. Rory McIlroy dagegen muss nach einem schwachen Finish heute reagieren und lässt seinem Frust in der Pressekonferenz freien Lauf.
Zwei Deutsche ganz oben
Es gibt Auftaktrunden bei Majors, die schon nach wenigen Stunden eine Richtung vorgeben. Und es gibt Tage wie diesen Donnerstag in Aronimink. Keine Flucht nach vorn, kein frühes Solo, kein Spieler, der dem Turnier sofort seinen Stempel aufdrückt. Stattdessen ein gedrängtes Leaderboard, viele kleine Geschichten – und aus deutscher Sicht ein bemerkenswerter Beginn.
Nach Runde eins der PGA Championship 2026 teilen sich sieben Spieler die Führung bei drei unter Par: Scottie Scheffler, Martin Kaymer, Stephan Jäger, Aldrich Potgieter, Min Woo Lee, Ryo Hisatsune und Alex Smalley. Dass Kaymer und Jäger in dieser Gruppe auftauchen, gibt dem Turnier aus deutscher Perspektive schon früh eine besondere Note.
Kaymer brachte auf dem traditionsreichen Aronimink Golf Club eine 67 ins Clubhaus. Für den PGA-Champion von 2010 ist das mehr als ein ordentlicher Start. Major-Auftritte sind in dieser Phase seiner Karriere nicht mehr selbstverständlich, umso wertvoller ist eine Runde, die nicht nach Zufall aussah, sondern nach sauberer Arbeit. Kaymer hielt sich aus größeren Problemen heraus, blieb geduldig und beendete den Tag mit einem Birdie. Das reichte für drei unter Par – und für einen Platz ganz oben.
Auch Stephan Jäger unterschrieb eine 67. Der Münchner hat sich auf der PGA Tour längst vom soliden Mitspieler zum ernstzunehmenden Kandidaten für vordere Platzierungen entwickelt. In Aronimink bestätigte er genau diesen Eindruck. Keine laute Runde, keine große Show, aber sehr viel Ordnung im Spiel. Für einen Major-Donnerstag ist das oft die beste Währung.
Matti Schmid komplettierte den starken deutschen Auftakt mit einer 69. Zwei unter Par Rückstand auf die Spitze bedeuten vor dem Freitag nicht viel, vor allem nicht auf einem Platz, der schnell die Richtung ändern kann. Entscheidend ist zunächst: Drei Deutsche sind nach dem ersten Tag nicht mit Schadensbegrenzung beschäftigt, sondern mit echten sportlichen Möglichkeiten.
Aronimink lässt nichts nebenbei passieren
Der Aronimink Golf Club machte am ersten Tag ziemlich klar, was er von den Spielern verlangt. Der Platz wirkte nicht überzogen schwer, aber er war unbequem genug, um niemandem eine entspannte Runde zu erlauben. Wer vom Tee die richtigen Linien fand, bekam Chancen. Wer die Annäherungen auf der falschen Seite der Fahne ablegte, musste sofort arbeiten.
Gerade diese Mischung machte die erste Runde interessant. Aronimink bestrafte nicht jeden kleinen Fehler brutal, aber der Platz erinnerte die Spieler ständig daran, dass ein Major nicht über viele spektakuläre Schläge gewonnen wird, sondern über viele kluge Entscheidungen. Die Führung bei drei unter Par ist deshalb weniger ein Zeichen für fehlende Birdies als für die Qualität des Tests.
Scheffler bleibt Scheffler
Dass Scottie Scheffler ebenfalls bei 67 Schlägen steht, überrascht inzwischen kaum noch. Genau das ist vielleicht das Bemerkenswerte. Der Weltranglistenerste hat sich eine Konstanz erarbeitet, die selbst bei Majors beinahe selbstverständlich wirkt.
Seine erste Runde war keine Machtdemonstration. Sie war eher das, was Scheffler in vielen Wochen so gefährlich macht: kontrolliert, unaufgeregt, schwer aus der Bahn zu bringen. Nach einem Bogey auf der 14 reagierte er mit einem Birdie an der 16 und brachte die Runde zusammen. Nicht makellos, aber stabil genug, um wieder einmal ganz vorn aufzutauchen.
Auf einem Platz wie Aronimink kann genau diese Qualität am Ende entscheidend sein. Scheffler muss nicht alles dominieren, um gefährlich zu werden. Es reicht oft, wenn er weniger wegwirft als die anderen.
McIlroy stolpert spät
Ganz anders verlief der Auftakt für Rory McIlroy. Nach seinem Masters-Sieg reiste er mit viel Aufmerksamkeit und noch mehr Erwartung in die Woche. Die erste Runde endete jedoch mit einer 74 – und vor allem mit einem Finish, das den Freitag deutlich komplizierter macht.
Vier Bogeys auf den letzten Löchern sind in einem Major mehr als ein kleiner Schönheitsfehler. Sie ziehen nicht nur den Score nach unten, sie verändern auch das Gefühl, mit dem ein Spieler in die nächste Runde geht. McIlroy ist nach 18 Löchern selbstverständlich nicht aus dem Turnier. Dafür ist das Leaderboard noch zu eng, dafür ist zu viel Golf übrig.
Aber sein Freitag bekommt eine andere Aufgabe. Statt ruhig Anschluss zu halten, muss McIlroy zunächst Reparaturarbeit leisten. Auf Aronimink ist das keine einfache Ausgangslage, weil der Platz nicht unbedingt zu wilden Aufholjagden einlädt. Wer zu früh zu viel erzwingen will, kann schnell noch tiefer in Schwierigkeiten geraten.
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Spieth und Rahm bleiben in der Nähe
Jordan Spieth eröffnete mit einer 69. Für ihn bleibt die PGA Championship das Major, das in seiner Sammlung noch fehlt. Der Karriere-Grand-Slam ist seit Jahren das große Thema, sobald Spieth bei diesem Turnier auftaucht. Seine Auftaktrunde war nicht spektakulär, aber brauchbar. Sie hält ihn in Reichweite, ohne schon einen besonderen Hinweis darauf zu geben, wohin diese Woche für ihn führen kann.
Auch Jon Rahm startete mit einer 69. Sein Eagle aus knapp 90 Metern gehörte zu den auffälligeren Schlägen des Tages. Trotzdem blieb bei ihm der Eindruck, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Für Rahm ist das allerdings keine schlechte Position. Zwei Schläge Rückstand nach einer nicht vollständig ausgeschöpften Runde sind bei einem Spieler seiner Klasse eher Einladung als Belastung.
Bryson DeChambeau erwischte dagegen einen mühsamen Beginn. Seine 76 lässt ihn früh arbeiten. Zwar ist bei einer Führung von nur drei unter Par rechnerisch noch viel offen, doch DeChambeau darf sich am Freitag kaum weitere Aussetzer leisten. Der Abstand ist nicht riesig, aber auf diesem Platz wächst er schnell, wenn die Fehler aufeinander folgen.
Ein Leaderboard mit vielen offenen Türen
Nach dem ersten Tag ist diese PGA Championship angenehm unentschieden. Sieben Spieler an der Spitze, viele Namen dicht dahinter, 48 Spieler innerhalb von drei Schlägen: Aronimink hat das Feld nicht gesprengt, aber sortiert. Die eigentliche Trennung könnte nun am Freitag beginnen.
Für Kaymer und Jäger ist die Ausgangslage glänzend. Beide haben sich nicht nur in Position gebracht, sondern gezeigt, dass ihre 67 auf diesem Platz Substanz hatte. Matti Schmid bleibt ebenfalls nah genug dran, um mit einer guten zweiten Runde in die richtige Richtung zu gehen.
Scheffler ist wieder dort, wo er fast immer ist: vorn, ohne großes Theater. McIlroy dagegen muss verhindern, dass aus einem schlechten Finish eine frühe Major-Hypothek wird.
Noch hat dieses Turnier keinen klaren Ton. Aber es hat nach einem Tag schon genug Stoff: zwei Deutsche an der Spitze, ein enges Feld, ein anspruchsvoller Platz und ein Masters-Sieger, der früher als geplant unter Druck steht. Genau so darf ein Major beginnen.
Wer am Freitag die Fairways findet und schwierige Fahnenpositionen akzeptiert, kann sich absetzen. Wer versucht, Aronimink zu erzwingen, wird dagegen schnell nach unten durchgereicht.
Für die deutschen Spieler ist der Auftakt außergewöhnlich. Kaymer und Jäger führen ein Major an, Schmid bleibt in Reichweite. Für Scheffler ist es ein weiterer stabiler Schritt in einer starken Saison. Für McIlroy dagegen beginnt der Freitag mit der Aufgabe, aus einem missratenen Finish keine frühe Major-Hypothek werden zu lassen.
Noch ist wenig entschieden. Doch Aronimink zeigt am ersten Tag klar, worauf es in dieser Woche ankommt: Geduld, Präzision und die Fähigkeit, schlechte Momente klein zu halten. Genau daraus entstehen bei Majors oft die großen Geschichten.






