
Warum Scottie Scheffler vor dem Start des Masters 2026 in Augusta die sauberste Prognose bleibt – und warum Ludvig Åberg in diese Rechnung unbedingt hineingehört
Das Masters ist gestartet. Augusta National zeigt sich trocken, schnell und damit genau so, wie viele Puristen es lieben: fordernd auf den Grüns, heikel in den Annäherungen und gnadenlos für alle, die ihre Bälle auf die falschen Plateaus legen. Wer den wahrscheinlichsten Sieger dieses Turniers ermitteln will, kommt deshalb mit bloßer Prominenz nicht weit. Entscheidend sind vier Dinge: Weltrangliste, Augusta-Bilanz, aktuelle Form und die Einschätzung des Marktes. Zieht man all das zusammen, landet vor dem ersten großen Umschlag des Turniers vor allem ein Name ganz vorn: Scottie Scheffler.
Scheffler reist als Nummer eins der Welt nach Augusta. Auf den offiziellen Masters-Seiten wird er als zweimaliger Champion von 2022 und 2024 geführt; zugleich hat er bei seinen bisherigen Starts dort nie schlechter als Platz 20 abgeschnitten. Das ist in Augusta ein gewichtiges Argument, weil dieser Platz Erinnerung belohnt und Unsauberkeiten bestraft. Wer hier mehrfach gewinnt und praktisch nie abfällt, bringt genau das Profil mit, das man vor einem Turnierstart sucht.
Auch die breitere Datenlage spielt ihm in die Karten. In den aktuellen Masters-Feldwertungen der OWGR (Offizielle Golf-Weltrangliste) liegt Scheffler beim Strokes Gained World Rating vorne; bei den Wettmärkten wird er ebenfalls als Favorit geführt, bei CBS Sports mit +550. Solche Quoten sind kein Orakel, aber sie verdichten sehr viele Informationen zu einer Marktmeinung. Und diese Marktmeinung ist vor Augusta 2026 ziemlich klar: Wenn einer vor dem Start als wahrscheinlichster Sieger gilt, dann Scheffler.
Ganz ohne Fragezeichen ist das dennoch nicht. Reuters und AP weisen beide darauf hin, dass Scheffler zwar weiterhin die höchste Grundqualität im Feld mitbringt, zuletzt aber nicht ganz so unantastbar wirkte wie in seinen besten Phasen. Genau das macht dieses Masters spannender. Scheffler ist der logischste Tipp, aber er reist nicht mit jener Unfehlbarkeits-Aura an, die ein Turnier schon vor dem ersten Abschlag halb entscheiden würde.
Jon Rahm bleibt der ernsteste Gegenentwurf
Wer Scheffler nicht vorne sieht, landet schnell bei Jon Rahm. Der Spanier hat Augusta 2023 gewonnen und wird auf den offiziellen Masters-Seiten als einer der etablierten Champions dieses Feldes geführt. Der Guardian nannte ihn in seiner Vorschau sogar den Favoriten des Turniers. Dass Rahm in den klassischen Weltranglisten wegen der LIV-Struktur anders eingeordnet wird als sein Spielvermögen vermuten ließe, ändert nichts daran, dass er für Augusta eines der komplettesten Pakete mitbringt: Länge, Kontrolle, Erfahrung und die Ruhe, die dieser Platz verlangt.
McIlroy ist Titelverteidiger – aber die Last ist diesmal eine andere
Rory McIlroy gehört selbstverständlich ebenfalls in jede seriöse Siegerprognose. Masters.com führt ihn als Titelverteidiger, nachdem er 2025 in einem Playoff gegen Justin Rose gewann und damit den Career Grand Slam vollendete. AP beschreibt ihn vor dieser Woche als deutlich gelöster als in den Jahren davor. Das ist ein Punkt, den man nicht kleinreden sollte: McIlroy spielt in Augusta 2026 nicht mehr gegen eine Erzählung, die ihm seit Jahren folgte. Er spielt nur noch gegen das Feld.
Trotzdem bleibt die Titelverteidigung in Augusta eine eigene Aufgabe. Der Platz kennt ihn, aber das Feld kennt ihn nun auch in der Rolle des Mannes, der hier vor einem Jahr endlich durchkam. McIlroy ist also absolut kandidatentauglich, nur wirkt die Datenlage vor dem Start bei Scheffler etwas vollständiger.
Bryson DeChambeau bringt Wucht und Momentum mit
Bryson DeChambeau ist ebenfalls näher an einem Augusta-Sieg, als es lange wirkte. AP berichtet von zwei LIV-Siegen in Folge vor dem Masters, Reuters verweist auf die firm-and-fast-Bedingungen, die Spielern mit Länge und klarer Strategie entgegenkommen können. Gerade wenn Augusta trocken bleibt, ist DeChambeau keiner, den man erst am Samstag ernst nehmen sollte. Sein Profil passt besser zu diesem Setup als früher.
Ludvig Åberg ist mehr als ein spannender Name
Und dann ist da Ludvig Åberg. Er gehört in diesen Artikel nicht als dekorative Ergänzung, sondern als echter Kandidat. Auf den offiziellen Masters-Seiten wird er als Spieler geführt, der 2024 bei seinem Debüt Zweiter wurde und 2025 nach zwischenzeitlicher Siegchance Siebter. Das ist für einen jungen Spieler in Augusta ein auffällig belastbarer Lebenslauf. CBS führt Åberg in den Quoten bei +1700. Damit ist er kein Außenseiter, sondern klar Teil des engeren Kreises.
Warum Åberg für Augusta so interessant ist, liegt auf der Hand: Sein langes Spiel hat die Höhe und Ordnung, die dieser Platz verlangt, und seine ersten beiden Masters-Auftritte zeigen, dass er Augusta nicht nur irgendwie übersteht, sondern lesen kann. Gerade deshalb ist er vielleicht der Kandidat, der aus der Spitzengruppe am ehesten einen Sprung machen kann. Noch fehlt ihm der Major-Sieg, aber das Profil für genau diesen Ort ist längst vorhanden.
Was die Bedingungen für die Prognose bedeuten
Die Bedingungen dieser Woche sind ein wichtiger Teil der Rechnung. Reuters und AP beschreiben Augusta zum Start als trocken, fest und schnell. Solche Verhältnisse schieben das Turnier meist etwas weg von bloßer Schlagkraft und stärker hin zu Kontrolle, Nerven und dem Gespür für sichere Zonen. Das wiederum stärkt vor allem Spieler, die hier schon mehrfach gezeigt haben, wie man Augusta nicht nur angreift, sondern aushält. Genau deshalb bleibt Scheffler im Gesamtbild leicht vor dem Rest. Und genau deshalb steigt zugleich Åbergs Relevanz, weil sein langes Spiel Augusta bereits zweimal sehr gut standgehalten hat.
Der bestmögliche Sieger-Tipp vor Turnierbeginn
Wenn man vor dem Start des Masters 2026 eine möglichst saubere Prognose abgeben will, ergibt sich daraus dieses Bild:
1. Scottie Scheffler
Nummer eins der Welt, zweimaliger Masters-Sieger, in Augusta bisher praktisch ohne Ausreißer nach unten.
2. Jon Rahm
Masters-Champion, komplette Spielanlage, auf diesem Platz jederzeit glaubwürdig.
3. Ludvig Åberg
Zweiter 2024, Siebter 2025, Quotenplatz im Favoritenkreis, Spielprofil wie gemacht für Augusta.
4. Rory McIlroy
Titelverteidiger und Grand-Slam-Sieger, diesmal mit weniger innerem Gepäck als in den Jahren davor.
5. Bryson DeChambeau
Mit Momentum und Länge brandgefährlich, gerade bei trockenen Bedingungen.
Unser Fazit
Der wahrscheinlichste Sieger des Masters 2026 ist vor dem Start Scottie Scheffler. Nicht, weil das Turnier damit entschieden wäre. Sondern weil kein anderer Spieler in dieser Woche ein so stimmiges Gesamtpaket aus Weltranglistenstatus, Augusta-Bilanz und Marktvertrauen mitbringt. Ludvig Åberg muss in dieser Diskussion aber zwingend mitgedacht werden. Er ist kein hübscher Nebensatz, sondern der vielleicht spannendste Herausforderer aus der Gruppe hinter Scheffler und Rahm. Wenn Augusta ihm früh die richtige Richtung gibt, kann aus einem großen Talent sehr schnell ein Masters-Sieger werden.
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Quellen: Masters.com, Official World Golf Ranking, Reuters, AP und CBS Sports.
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