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Golf

LIV-Spieler melden für DP-World-Tour-Q-School – zwei kommen nach Deutschland

30. August 2026September 1st, 2026
LIV-Spieler bei der DP World Tour Q-School am Seddiner See
Michael La Sasso tritt im September bei der DP World Tour Qualifying School am Seddiner See an. (Foto: Getty Images)

Fünf aktuelle LIV-Golf-Spieler haben für die Qualifying School der DP World Tour gemeldet. Michael La Sasso und Yosuke Asaji treten im September am Seddiner See bei Berlin an. Ein Abschied von LIV Golf ist damit keineswegs beschlossen. Angesichts der unsicheren Zukunft der Liga ist die Häufung der Meldungen dennoch bemerkenswert.

Eigentlich müsste Michael La Sasso gerade wenig Anlass haben, über sportliche Alternativen nachzudenken. Der 22-Jährige gewann erst vor wenigen Tagen das Saisonfinale von LIV Golf in Indianapolis, setzte sich dabei unter anderem gegen Jon Rahm durch und kassierte für seinen ersten LIV-Sieg zwei Millionen US-Dollar.

Trotzdem steht bereits der nächste ungewöhnliche Termin in seinem Kalender.

Vom 8. bis 11. September will La Sasso beim Golf- und Country Club Seddiner See in Michendorf südwestlich von Berlin antreten. Nicht bei einem LIV-Turnier und auch nicht auf Einladung bei einem großen europäischen Event, sondern in der First Stage der Qualifying School der DP World Tour. Und La Sasso kommt nicht allein.

Mit dem Japaner Yosuke Asaji hat ein weiterer aktueller LIV-Spieler für das Turnier am Seddiner See gemeldet. Drei weitere LIV-Profis versuchen bereits einige Tage zuvor in England ihr Glück: Peter Uihlein, Josele Ballester und Luis Masaveu stehen vom 2. bis 5. September beim First-Stage-Turnier im Huddersfield Golf Club auf der Meldeliste. Fünf LIV-Spieler auf dem Weg durch die Q-School – das fällt auf.

Noch kein Abschied von LIV Golf

Zunächst gilt allerdings: Aus den Meldungen lässt sich nicht ableiten, dass die fünf Spieler LIV Golf verlassen wollen. Eine Teilnahme an der Q-School schafft zunächst einmal eine Option für die Saison 2027. Josele Ballester hatte bereits Anfang August erklärt, dass er gerne einen Spielplan zusammenstellen würde, der Starts auf unterschiedlichen Touren ermöglicht. Sollte ihm der Zugang zur DP World Tour nicht über andere Wege gelingen, nannte er die Q-School ausdrücklich als Alternative.

Genau darin könnte die eigentliche Bedeutung der Meldungen liegen. Die Spieler müssen sich heute noch nicht zwischen LIV Golf und DP World Tour entscheiden. Sie können sich aber darum bemühen, für das kommende Jahr zusätzliche Spielmöglichkeiten zu schaffen. In normalen Zeiten wäre das kaum bemerkenswert. Für LIV Golf sind es derzeit allerdings keine normalen Zeiten.

LIV Golf steht vor einem Umbau

Nach dem Ende der Saison 2026 ist weiterhin offen, wie LIV Golf im kommenden Jahr genau aussehen wird. Die Liga arbeitet an einer neuen Finanzierung und einem deutlich veränderten Geschäftsmodell. Gleichzeitig wurde zuletzt die Organisation verkleinert, während mehrere Dienstleister wegen ausstehender Zahlungen rechtlich gegen LIV vorgehen.

Für die Spieler entsteht damit eine ungewöhnliche Situation. Selbst wenn LIV Golf 2027 fortgeführt wird, könnte der Kalender deutlich kompakter ausfallen.

Gerade für jüngere Profis stellt sich deshalb die Frage, wo sie zusätzlich Turniere spielen können – und auf welchem Weg sie sich Zugang zu den etablierten Touren sichern.

Dass gleich mehrere LIV-Spieler dafür die DP World Tour ins Visier nehmen, ist deshalb interessanter als die einzelne Meldung eines Spielers.

Bereits Anfang August berichtete Golf Monthly, dass sich zahlreiche LIV-Profis bei der DP World Tour nach Möglichkeiten rund um die Qualifying School erkundigt hätten. Auch Thomas Pieters hatte öffentlich erklärt, dass die Q-School für ihn ein möglicher Weg zurück zu einer Tourkarte sei.

Die fünf aktuellen Meldungen zeigen nun, dass aus solchen Überlegungen zumindest bei einigen Spielern konkrete Turnierpläne geworden sind.

Der Weg zurück führt über mehrere Stufen

Ein Selbstläufer ist dieser Weg allerdings nicht. Die Qualifying School der DP World Tour gehört zu den härtesten Auswahlverfahren im professionellen Golf. 2026 führt sie über insgesamt 15 Austragungsorte in acht Ländern. Allein die First Stage wird auf zehn verschiedenen Golfanlagen ausgetragen. Wer dort weiterkommt, erreicht die Second Stage, die vom 29. Oktober bis 1. November auf vier Golfplätzen in Spanien ausgetragen wird. Danach wartet die Final Stage.

Vom 6. bis 11. November spielen 156 Profis im INFINITUM Resort bei Tarragona über sechs Runden um ihre Zukunft. Die besten 15 Spieler und Schlaggleichen erhalten Spielmöglichkeiten auf der DP World Tour sowie vollen Status auf der HotelPlanner Tour für die Saison 2027. Auch ein LIV-Sieg oder jahrelange Erfahrung auf großen Touren ersparen diesen Weg nicht automatisch. Peter Uihlein beispielsweise gewann bereits 2013 auf der damaligen European Tour. Trotzdem steht der Amerikaner nun wieder am Anfang des Qualifikationsprozesses. La Sasso wiederum hat bislang noch kein Turnier auf der DP World Tour bestritten.

Seddiner See erstmals Teil der DP-World-Tour-Q-School

Für den deutschen Golfsport macht die Entwicklung die ohnehin interessante Premiere am Seddiner See noch einmal attraktiver. Der Golf- und Country Club südwestlich von Berlin gehört 2026 erstmals zu den Austragungsorten der DP World Tour Qualifying School. Der Club ist im internationalen Profigolf allerdings kein Unbekannter: Zuletzt war die Anlage 2024 Gastgeber eines Turniers der Ladies European Tour.

Nun bekommt das First-Stage-Turnier durch die beiden LIV-Spieler zusätzliche Aufmerksamkeit. Vor allem La Sasso dürfte im Mittelpunkt stehen. Der Amerikaner kam zu Beginn der Saison zu Phil Mickelsons HyFlyers GC und tat sich zunächst schwer. Dann folgte beim letzten LIV-Turnier des Jahres ausgerechnet der Durchbruch. Mit seinem Sieg in Indianapolis verbesserte er sich noch auf Rang 14 der LIV-Saisonwertung.

Nur gut zwei Wochen später spielt er in Brandenburg um das Weiterkommen in der ersten Stufe einer europäischen Tourqualifikation. Viel deutlicher könnte der derzeitige Umbruch im internationalen Profigolf kaum sichtbar werden.

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