
Bei der Hero Indian Open 2026 prägte der Platz das Turnier, während Freddy Schott bis zum Finale vorn mitspielte.
Entscheidung auf den letzten Löchern
Die Hero Indian Open 2026 wurde weniger von tiefen Runden als von Kontrolle, Geduld und Schadensbegrenzung geprägt. Alex Fitzpatrick gewann im Dlf Golf and Country Club mit neun unter Par und damit bei einem Resultat, das gut zum Charakter dieses Kurses passte. Der Engländer schloss mit 70, 68, 72 und 69 Schlägen ab und setzte sich mit zwei Schlägen vor Titelverteidiger Eugenio Chacarra durch, der die Finalrunde als Führender begann, am Sonntag aber eine 75 notierte.
Platz diktiert das Turnier
Dass die Ergebnisse nicht sehr niedrig ausfielen, war kein Zufall. Schon zur Halbzeit erinnerte die Dp World Tour daran, dass Chacarras Siegscore aus dem Vorjahr bei nur vier unter Par lag und damals überhaupt nur drei Spieler die Woche unter Par beendeten. Auch 2026 blieb der Platz ein permanenter Faktor: Nach vier Runden lagen nur zwölf Spieler im gesamten Feld im Minus, und selbst Fitzpatricks Siegscore von neun unter Par wirkte eher erarbeitet als erspielt.
Besonders deutlich zeigte sich die Härte des Layouts an Bahn 14. Am Freitag spielte das Par 4 im Schnitt 4,88 Schläge und damit fast einen vollen Schlag über Par. Am Samstag lag der Wochenschnitt dort immer noch bei 4,82 Schlägen, womit die Bahn laut Dp World Tour die schwierigste an diesem Turnierstandort seit dem Eintritt der Indian Open in den Tourkalender 2015 war. Dazu kamen schnelle, stark modellierte Grüns, die laut Tourbericht das Scoring zusätzlich bremsten.
Fitzpatrick nutzt den Einbruch des Titelverteidigers
Chacarra führte vor dem Sonntag mit vier Schlägen, doch auf diesem Platz war selbst das kein Polster. Fitzpatrick lag nach neun Löchern noch drei Schläge zurück, startete dann aber eine Serie mit Birdies auf den Bahnen 11, 12 und 13. Als Chacarra auf 15 und 16 Fehler einbaute, drehte Fitzpatrick das Turnier. Ein weiteres Birdie an der 17 brachte ihm den entscheidenden Vorsprung, und selbst ein Doppelbogey auf der 18 änderte nichts mehr am ersten Titel des Engländers auf der Dp World Tour.
Freddy Schott startet stark
Aus deutscher Sicht war Freddy Schott die auffällige Figur der ersten Tage. Der Düsseldorfer eröffnete das Turnier mit einer 66 und führte nach Runde eins allein. Sechs Birdies auf den ersten zwölf Löchern bildeten die Basis, und obwohl er auf den schweren Schlussbahnen zwei Bogeys hinnehmen musste, antwortete er jeweils sofort mit einem Birdie. Auf einem Kurs, der kaum Fehler verzieh, war diese Runde früh ein Ausrufezeichen.
Bis Samstag in der Spitzengruppe
Auch danach blieb Schott im oberen Teil des Klassements. Nach Runden von 73 und 72 Schlägen stand er vor dem Finale bei fünf unter Par und auf Rang vier. Damit war er vor dem Sonntag einer von nur wenigen Spielern, die sich auf diesem Kurs konstant unter Par halten konnten. Der Abstand zur Spitze betrug zwar fünf Schläge, doch gerade in Neu-Delhi war das kein uneinholbarer Rückstand.
Der Finaltag kostet viele Plätze
Am Sonntag konnte Schott das hohe Niveau der ersten drei Tage nicht halten. Seine 80 war eine der schwächeren Runden unter den Spielern an der Spitze und warf ihn noch auf den geteilten 20. Platz bei insgesamt drei unter Par zurück. Das Ergebnis liest sich härter, als es in der Turnierwoche zunächst aussah, doch es zeigt zugleich, wie schnell der Dlf-Kurs jede gute Ausgangslage wieder einfangen kann. Schott blieb damit zwar klar im bezahlten Teil des Feldes, verpasste nach seinem starken Start aber ein Resultat nahe an den Top Ten.
Deutsche Einordnung
Für Schott bleibt die Woche dennoch zweigeteilt. Einerseits stand er nach Runde eins an der Spitze, hielt sich bis Samstag in der erweiterten Titelzone und bestätigte damit seine Form nach dem Sieg in Bahrain. Andererseits zeigte der Sonntag, wie schmal der Grat auf einem der schwierigeren Tourplätze ist. Gerade deshalb ist ein Endstand von drei unter Par nicht belanglos, auch wenn die Schlussrunde dem Turnier aus deutscher Sicht einen anderen Ton gab.
Die Hero Indian Open 2026 war damit vor allem ein Platzturnier. Nicht Birdie-Serien über vier Tage entschieden, sondern Phasen ohne Kontrollverlust. Fitzpatrick gewann, weil er auf den Back Nine der Finalrunde genau das schaffte. Schott wiederum zeigte drei Tage lang, dass er auf solchem Terrain mithalten kann. Sein Rückfall am Sonntag änderte nichts daran, dass er bis tief ins Wochenende hinein zu den prägenden Spielern dieses Turniers gehörte.
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