
Ein DejaVu? Nein Realität! Die USA haben erneut Donald Trump zu ihrem Präsidenten erkoren. Und der ist ja bekannter Maßen ein leidenschaftlicher Golfer. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass Profigolfer Bryson DeChambeau dann auch noch nach seinem Wahlsieg mit ihm auf der Bühne stand, veranlasst uns zu diesem Buchtipp.
Golf ist bekannt als ein Spiel der Ehre, in dem Fairness und Ehrlichkeit zentrale Werte darstellen. Doch was passiert, wenn sich eine schillernde Persönlichkeit wie Donald Trump in dieser Disziplin behaupten will und dabei – so scheint es – seine eigenen Regeln aufstellt? Rick Reillys Buch Der Mann, der nicht verlieren kann beleuchtet genau diesen Widerspruch. Mit scharfem Humor und präzisen Beobachtungen gewährt der Autor einen Blick auf die außergewöhnliche Beziehung Trumps zum Golfsport, seine Siege und die Mittel, die er nutzt, um an die Spitze zu gelangen. Ein Buch, das nicht nur Golfliebhaber anspricht, sondern auch all jene, die hinter die Fassade des „Spiels der Könige“ blicken möchten.
Der Golfer Donald Trump
Das Buch ist eine amüsante und zugleich scharfsinnige Erkundung des Lebens und der Persönlichkeit von Donald Trump – speziell durch die Linse des Golfsports. Reilly, ein preisgekrönter Sportjournalist und selbst passionierter Golfer, nimmt die Leser mit auf eine Reise durch Trumps Golfwelt, die gespickt ist mit Geschichten über seine Golfplätze, seine Turnierbeteiligungen und sein oftmals zweifelhaftes Verhalten auf dem Grün.
Rick Reilly, geboren 1958, ist ein bekannter Sportjournalist in den USA. Dort hat er bereits zehn weitere Bücher veröffentlicht, von denen viele Bestseller waren. Er arbeitet für ESPN, ABC Sports und schreibt für die Sports Illustrated. Bereits elf Mal wurde er als NSSA National Sportswriter of the Year ausgezeichnet, und zudem mit dem Damon Runyon Award für herausragende Beiträge zum Journalismus geehrt.
Trump und die Regeln
Das zentrale Thema ist Trumps Hang zum Schummeln – ein Verhalten, das Reilly in zahlreichen Anekdoten untermauert und das er selbst miterlebt hat. Mit einem humorvollen, teils bissigen Ton beschreibt Reilly, wie Trump Regeln beugt, Ergebnisse manipuliert und in einer Parallelwelt spielt, in der nur sein eigener Sieg zählt. Dies wird unterhaltsam durch die Einbindung zahlreicher Interviews mit Golf-Profis, Caddies und Clubmitgliedern, die Trump auf den Plätzen begegnet sind, unterstrichen. Besonders spannend für Golf-Insider sind die Einblicke in die Geschichten hinter den Kulissen von Trumps Golfclubs und die Art und Weise, wie diese teils als Bühne für sein Selbstbild dienen.
Ein Schmankerl für Golfliebhaber
Reilly versteht es, seinen Leser mit Humor und Ironie zu fesseln, ohne jedoch den sportlichen Kern des Buches zu verlieren. Er beleuchtet Trumps Einfluss auf den Golfsport und zeigt auf, wie dieser von vielen Profi-Golfern eher argwöhnisch als respektvoll wahrgenommen wird. Besonders für Golf-Liebhaber ist die Lektüre ein Genuss, denn Reilly schildert Trumps Manöver mit einer Mischung aus Sarkasmus und sportjournalistischer Präzision, die sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregt.
Fazit: Der Mann, der nicht verlieren kann ist eine unterhaltsame, lehrreiche und teils ernüchternde Lektüre über den exzentrischen Umgang eines mächtigen Mannes mit dem Golfsport und die Grenzen sportlicher Fairness. Rick Reilly beweist sein Talent als Golfjournalist, indem er nicht nur Anekdoten liefert, sondern auch die Bedeutung des Spiels und dessen Werte hinterfragt. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Golffan, der Humor und einen kritischen Blick auf die Persönlichkeiten des Sports schätzt.
Das Buch ist bereits 2020 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen und kostet 18,00 Euro. Zu bestellen ist es direkt hier beim Verlag.
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